Phosphatidylserin wird zunehmend als wichtiges Nahrungsergänzungsmittel beinahe für alle Altersgruppen diskutiert, denn eine ausreichende Versorgung mit dem Phospholipid hat das Potenzial, kognitive Fähigkeiten zu verbessern.1 Ein Mangel an PtdS steht in Zusammenhang mit verschiedenen Erkrankungen des Zentralnervensystems wie
- Alzheimer
- Parkinson
- Depression
- Autismus-Spektrum-Störungen und
- Schlaganfall
Die Supplementierung mit PtdS hat sich bei Patient:innen mit diesen Erkrankungen bereits als vorteilhaft erwiesen: Sie konnte altersbedingte Einschränkungen bestimmter Gehirnfunktionen mildern und jungen Menschen, die unter psychischem oder physischem Stress stehen bzw. die mit einem Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom zu tun haben, zugutekommen.1
Was ist Phosphatidylserin?
Phosphatidylserin (PtdS) zählt zu den Glycerophospholipiden und kommt reichlich in der inneren Plasmamembran in Nervengewebe vor. Es wird aus Phosphatidylcholin oder Phosphatidylethanolamin synthetisiert.1
Aufgaben von Phosphatidylserin
- beseitigt apoptotische Zellen an der Außenfläche der Zelle
- Cofaktor bei enzymatischen Prozessen, die an Signalwegen beteiligt sind
- diverse zerebralen Funktionen, z. B. Aktivierung von Membransignalwegen
- erhält die Membranfluidität aufrecht
- reguliert Zellfunktionen, indem es membrangebundene Proteine wie Rezeptoren, Ionenkanäle, Enzyme und Signalmoleküle beeinflusst
- reduziert die Neuroinflammation und wirkt als neuroprotektiver Faktor
- an der Neurotransmission beteiligt
Empfohlene Dosis
Die westliche Ernährung liefert in der Regel durchschnittlich 130 mg PtdS pro Tag. Leider gibt es keine offiziellen Zufuhrempfehlungen für das Phospholipid. Die optimale Dosis wurde noch nicht ausreichend untersucht. Vermutet wird lediglich, dass die Aufnahme zu gering zu sein scheint.1
Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass PtdS in einer Dosierung von 300 mg/Tag psychischen Stress bei jungen gesunden Menschen.
Quellen für Phosphatidylserin
Gute Phosphatidylserin-Quellen sind tierische Produkte, aber auch Pflanzen: In Soja macht der Anteil des PtdS etwa 0,5 % des Lecithins aus. In Milch beträgt der Phosphatidylserin-Anteil bis zu 10 % des Gesamtphospholipidgehalts. Auch Vollkorngetreide und pflanzliche Öle enthalten PtdS (Tab. 1).

Praxis-Tipp
Die Aufnahme von Phosphatidylserin über Nahrungsergänzungsmittel kann dazu beitragen, kognitiven Beeinträchtigungen aufgrund eines unzureichenden PtdS-Spiegels entgegenzuwirken. Phophatidylserin wird in Nahrungsergänzungsmitteln gut vertragen und ist sicher.
[1] Hussain M, et al. Phosphatidylserine: A comprehensive overview of synthesis, metabolism, and nutrition. Chem Phys Lipids 2024;264:105422
