In der 2025 veröffentlichten systematischen Übersichtsarbeit aus 146 Studien geht im Kern hervor, dass die Synergie von Glucosamin und Chondroitin der Schlüssel zum Erfolg bei Arthrose und Gelenkschmerz ist.1 Die Kombination von Glucosamin und Chondroitin scheint der Monotherapie oft überlegen zu sein.
Wirkmechanismen ergänzen sich
Sowohl Glucosamin als auch Chondroitin sind Bestandteile der extrazellulären Matrix des Gelenkknorpels. Beide Stoffe sind geeignet, Entzündungen zu hemmen. Jedoch reduziert Glucosamin Entzündungsmediatoren wie IL-1, IL-6, TNF-α und das C-reaktive Protein (CRP), während Chondroitin primär die NF-κB-Aktivierung hemmt.
Beide Stoffe bieten einen Knorpelschutz und hemmen katabole Enzyme (z. B. Matrix-Metalloproteinasen). Sie fördern gleichzeitig anabole Prozesse wie die Proteoglykan-Produktion. Studien, die keine signifikanten Vorteile von Glucosamin oder Chondroitin zeigten, nutzen häufig Glucosamin als Monotherapie. Die Kombination hingegen lieferte konsistent positive Ergebnisse: Über 90 % der untersuchten Wirksamkeitsstudien berichteten über positive Veränderungen.1
Breites Therapie-Spektrum
Besonders bei Arthrose der Hand-, Knie- oder Hüftgelenke wurde in 89 % der Studien über signifikante Verbesserungen in mindestens einem Parameter (z. B. WOMAC-Score1 oder VAS-Schmerzskala2) berichtet. Neben einer subjektiven Schmerzverbesserung wurden auch objektive Erfolge wie eine Verringerung der Gelenkspaltverschmälerung und eine Reduktion inflammatorischer Marker dokumentiert.1 Positive Effekte zeigten sich zudem bei Kiefergelenksbeschwerden.
Langfristige Therapie nötig
Basierend auf der aktuellen Datenlage lautet die Einnahmeempfehlung 1.500 mg Glucosamin kombiniert mit 1.200 mg Chondroitin täglich. Die mediane Studiendauer der randomisierten kontrollierten Studien lag bei 24 Wochen. Damit zeigt sich, dass eine längerfristige Behandlung von etwa einem halben Jahr notwendig sein wird.
Kaum Nebenwirkungen
Ein wesentlicher Vorteil der Kombination aus Glucosamin und Chondroitin gegenüber klassischen nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) wie Celecoxib oder Diclofenac ist das Sicherheitsprofil: Die Mehrheit der Studien (ca. 75 %) berichtete über keine oder nur minimale Nebenwirkungen, meist milde gastrointestinale Beschwerden (z. B. Blähungen oder Übelkeit).
| Glucosamin und Chondroitin sind in der Kombination ein sicheres und wirksames „Super-Team“ zur langfristigen Unterstützung der Gelenkgesundheit. Die Ergebnisse dieser aktuellen und umfassenden Übersichtsarbeit legen nahe, dass der Einsatz von Glucosamin und Chondroitin in der Arthrosetherapie einen höheren Stellenwert verdient. Die Studienautor:innen plädieren sogar für eine Aufnahme der Kombinationsbehandlung in aktuelle Leitlinien. |
[1] Baden KER, et al. The Safety and Efficacy of Glucosamine and/or Chondroitin in Humans: A Systematic Review. Nutrients 2025;17(13):2093
