Knochenverlust aufhalten: Isoflavone leisten gute Dienste

Etwa zwei Jahre vor der Menopause lässt sich bei Frauen im Vergleich zu der Zeit davor ein rasanter Abbau der Knochenmasse feststellen. Dieser dauert bis etwa drei Jahre nach der Menopause an. Danach nimmt die Knochenmasse kontinuierlich, aber wieder etwas weniger schnell ab.1,2 Gerade um den Zeitpunkt der Menopause herum ist es für Frauen wichtig, die Knochendichte im Blick zu haben. 

Isoflavone zeigen Wirkung auf den Knochen 

Für den beschleunigten Knochenabbau werden absinkende Hormonspiegel verantwortlich gemacht. Insofern bietet sich eine Hormonersatztherapie an. Diese kann mit Nebenwirkungen auftreten u.a. Thromboembolien.3,4 Aus diesem Grund wird nach Alternativen gesucht. Eine Metaanalyse von 18 randomisierten und kontrollierten Studien konnte nun zeigen, dass Isoflavone aus Soja den massiven Knochenverlust an Lendenwirbelsäule, Oberschenkelhals und Hüfte abbremsen können.5 

Isoflavone ähneln der Hormonstruktur 

Die Rationale hinter diesem Ansatz: 

  • Genistein, Daidzen und Glycitein aus Soja oder Rotklee haben eine strukturelle und funktionelle Ähnlichkeit zu Östradiol, sind aber besser verträglich 
  • Isoflavone fördern einerseits den Knochenaufbau (direkte Osteoblastenaktivierung) und hemmen andererseits den Knochenabbau durch Bindung an die Hormonrezeptoren 

Schlüsselerkenntnisse der Metaanalyse 

Die Probandinnen nahmen täglich durchschnittlich 106,2 mg Isoflavone (40-300 mg/d) aus unterschiedlichen Quellen ein. Darunter waren  

  • Genistein-Extrakte,  
  • Soja-Isoflavon-Extrakte,  
  • Sojaprotein-Isolat und  
  • Lebensmittel, die verschiedene Mengen an Isoflavonen enthalten 

Die Beobachtung der Effekte erfolgte zwischen 6 und 24 Monaten, wobei sie nach 12 und 24 Monaten am deutlichsten zu sehen waren. Es war im Vergleich zur Kontrolle ein signifikant langsamerer Knochenverlust zu beobachten. Die Effektivität war in einem Zeitraum von 5 bis 10 Jahren nach der Menopause am höchsten. Kaukasierinnen profitierten mehr von den Isoflavonen als Asiatinnen. Genistein-Extrakte zeigten sich als besonderseffektiv.5 

Der Tipp 

Frauen profitieren kurz vor und bis zu zehn Jahre nach der Menopause in Bezug auf ihre Knochenmasse von einer Zufuhr von Isoflavonen.5 

[1] Picard, D et al. Longitudinal study of bone density and its determinants in women in perior early menopause. Calcif. Tissue Int 2000;67:356–360 

[2] Recker, R et al. Characterization of perimenopausal bone loss: A prospective study. J. Bone Miner Res 2000;15:1965–1973 

[3] Writing Group for the Women’s Health Initiative Investigators. Risks and benefits of estrogen plus progestin in healthy postmenopausal women: Principal results from the Women’s Health Initiative randomized controlled trial. JAMA 2002;288:321–333 

[4] The Women’s Health Initiative Steering Committee. Effects of conjugated equine estrogen in postmenopausal women with hysterectomy: The Women’s Health Initiative randomized controlled trial. JAMA 2004;291:1701–1712 

[5] Barańska A et al. The Role of Soy Isoflavones in the Prevention of Bone Loss in Postmenopausal Women: A Systematic Review with Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials. J Clin Med 2022;11(16):4676