Omega-3-Fettsäuren: langsamer biologisch altern

Gemessen wurde in der Studie konkret die Differenz zwischen dem phänotypischen und dem chronologischen Alter. Das phänotypische Alter wurde anhand von biochemischen Parametern ermittelt. Dazu zählten u.a.

  • Albumin
  • Kreatinin
  • Glukose
  • die Gesamtzahl weißer Blutkörperchen
  • Prozentsatz der Lymphozyten
  • Breite der Erythrozytenverteilung und ihr mittleres korpuskulares Volumen
  • alkalische Phosphatase

Diese Differenz wurde als PhenoAgeAccel bezeichnet, dient als Indikator für das biologische Alter und kann anzeigen, wie gut der physiologische Gesundheitszustand einer Person im Vergleich zu ihrem Alter ist. Ein niedriger PhenoAgeAccel-Wert deutet demnach auf einen langsameren biologischen Alterungsprozess hin, ein Hinweis auf eine bessere Gesundheut und Vitalität. Nun wird das biologische Altern sicher durch mehrere Parameter beeinflusst, nicht nur durch die Ernährung. Umso erstaunlicher, welchen sichtbaren Einfluss Omega-3-Fettsäuren haben können.

Große Patient:innenzahl berücksichtigt

Immerhin 20.337 Erwachsene nahmen an der Studie teil. Die Daten stammen aus der National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) und wurden über den Zeitraum 1999 bis 2018 gesammelt. Die Auswertung zu den Effekten der Omega-3-Fettsäuren auf das phänotypische Altern ist eine Querschnittsuntersuchung. Alle Studienteilnehmer:innen wurden gemäß ihrer biochemischen Analyse in vier PhenoAgeAccel-Gruppen eingeteilt. Die vier Gruppen unterschieden sich deutlich in Bezug auf die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren, allen voran von Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA).

Es darf ein bisschen mehr sein: 1.103 mg

Für die Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren ergab sich in der Studie ein Schwellenwert von 1.103 mg Omega-3-Fettsäuren (DHA und EPA), bei dessen Überschreitung sich der Effekt auf die Alterung stabilisierte. Bis dahin zeigte sich ein linearer Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren und dem phänotypischen Altern. Die Studie zeigte, dass es eine signifikante negative Korrelation zwischen der Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren und PhenoAgeAccel bis zu einer Aufnahme von 1.103 mg DHA und EPA gibt.

Bedarf ist individuell

In der Studie konnte auch gezeigt werden, dass Faktoren wie Geschlecht, Alter, Ethnie und Bluthochdruck die Beziehung zwischen der Omega-3-Aufnahme und dem PhenoAgeAccel beeinflussen. Es müssen demnach verschiedene Empfehlungen für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen ausgesprochen werden. Dennoch können heute schon Empfehlungen daraus abgeleitet werden.

Und hier die Tipps

  • Raten Sie zur Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren aus Lebensmitteln wie beispielsweise Fisch oder Samen (z.B. Chiasamen).
  • Empfehlen Sie eine Ergänzung der Omega-3-Fettsäuren von täglich zwischen 250 und 500 mg DHA und EPA.
  • Frauen könnten einen größeren Nutzen in Bezug auf die Verlangsamung der biologischen Alterung haben.
  • Personen über 60 Jahre zeigen einen ausgeprägten Effekt.
  • Übrigens: Bildung, BMI, Familienstand, Rauch- und Trinkgewohnheiten, körperliche Aktivität und Qualität der Ernährung spielen keine große Rolle für den Einfluss der Omega-3-Fettsäuren auf das biologische Altern!

[1] Wu, D et al. Dose–response relationship of dietary Omega-3 fatty acids on slowing phenotypic age acceleration: a cross-sectional study. Front Nutr 2024; 11:1424156